Sichtbarkeit messen statt schätzen
Der Auto Power Search Rank (APSR) misst auf einer Skala von 0 bis 100, wie oft ein Fahrzeug auf Seite 1 relevanter Käufersuchen erscheint. 75 bedeutet: in drei von vier Suchen. Seite 1 entscheidet, weil sie fast den ganzen Verkehr trägt — bei Google klicken nur 0,63 Prozent der Suchenden auf ein Ergebnis von Seite 2. In einer nach Preis sortierten Liste genügen wenige hundert Franken, um diese Grenze zu überschreiten: In einer Stichprobe von 391 öffentlich inserierten VW Golf liegen um ein typisches Fahrzeug 13 weitere Golf innerhalb von CHF 250, und eine Seite zeigt 10 Fahrzeuge.
Ein Fahrzeug hatte diese Woche 240 Seitenaufrufe. Ist das gut?
Die ehrliche Antwort lautet: Man weiss es nicht. 240 Aufrufe können ein starkes Ergebnis sein oder ein schwaches. Das entscheidet sich erst im Vergleich mit den Fahrzeugen, gegen die Ihres antritt. Und vor allem sagt die Zahl nichts darüber, was Sie am Montag anders machen sollten.
Nützlich wird eine Kennzahl erst, wenn sie zwei Dinge leistet: Sie zeigt Ihre Position im Markt, und sie zeigt sie früh genug, um noch zu handeln.
Seite 1 ist der ganze Markt
Den Effekt kennen Sie von Google. Eine Analyse von Backlinko über vier Millionen Suchergebnisse bringt ihn auf eine einzige Zahl: «only .63% of Google searchers clicked on something from the second page» — nur 0,63 Prozent der Suchenden klickten überhaupt auf ein Ergebnis von Seite 2. Das erste Ergebnis erhält 27,6 Prozent aller Klicks, die ersten drei zusammen 54,4 Prozent. (Backlinko, Google CTR Statistics, Stand 16. April 2025)
Seite 2 ist also keine schlechtere Platzierung. Sie ist praktisch keine Platzierung.
Eine Fahrzeugliste funktioniert nach derselben Mechanik. Bei Auto Power Suche zeigt eine Ergebnisseite 10 Fahrzeuge. Platz 11 ist bereits Seite 2. Der Unterschied zwischen Platz 9 und Platz 11 ist keine Nuance, sondern der Unterschied zwischen gesehen und nicht gesehen.
Der APSR: eine Zahl für genau diese Frage
Deshalb gibt es den Auto Power Search Rank, kurz APSR. Er misst auf einer Skala von 0 bis 100, wie oft Ihr Fahrzeug auf Seite 1 relevanter Käufersuchen erscheint. «Relevant» heisst dabei: Suchen, in denen Ihr Fahrzeug fachlich überhaupt in Frage kommt, nach Modell, Preisklasse, Antrieb und Region.
Die Skala liest sich direkt als Anteil.
| APSR | Bedeutung | Was das für Sie heisst |
|---|---|---|
| 75 – 100 | Seite 1 in drei von vier Suchen | Konstanter Lead-Zulauf. Beobachten genügt. |
| 50 – 74 | Seite 1 in jeder zweiten Suche | Solide Position. Eine kleine Preisanpassung oder bessere Fotos bringen die Spitzengruppe in Reichweite. |
| unter 50 | Seite 1 seltener als jede zweite Suche | Zeit zu handeln: Preis im Marktvergleich prüfen, Fotos verbessern, Datenfelder vervollständigen. |
Vier Dinge bewegen den Wert: die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Preises, die Bildqualität, die Vollständigkeit Ihrer Fahrzeugdaten und die Reaktion der Käufer. Der APSR wird täglich neu berechnet, und Ihr Dashboard zeigt den Verlauf der letzten 14 Tage.
Dieser Verlauf ist der eigentliche Punkt. Ein einzelner Wert ist eine Momentaufnahme. Eine Linie, die seit vier Tagen fällt, ist ein Frühwarnsignal — und zwar eines, das Sie noch beantworten können.
Warum der Preis die Position bewegt
Viele Käufer sortieren eine Trefferliste nach Preis. Sobald das geschieht, entscheidet allein der Preis über die Reihenfolge. Ihre Position ist dann exakt die Anzahl günstigerer Fahrzeuge, die dieselben Filter erfüllen — plus eins.
Wie eng es dort zugeht, lässt sich ausrechnen. Hier ein Beispiel aus dem Schweizer Occasionsmarkt: 391 öffentlich inserierte VW Golf zwischen CHF 10'000 und CHF 30'000, Stand 10. September 2026. Für jeden dieser Golf haben wir gezählt, wie viele andere Golf preislich in unmittelbarer Nähe liegen.
| Preisabstand | Andere VW Golf in diesem Fenster (Median) |
|---|---|
| ± CHF 250 | 13 Fahrzeuge |
| ± CHF 500 | 20 Fahrzeuge |
Rechnen Sie das gegen die Seitengrösse. Eine Seite zeigt 10 Fahrzeuge. Um einen typischen Golf herum liegen 13 weitere Golf innerhalb von CHF 250. Senken diese Anbieter ihren Preis um wenige hundert Franken, rutscht Ihr Fahrzeug um mehr als eine ganze Seite nach unten — ohne dass sich an Ihrem Inserat irgendetwas geändert hat.
Das ist die Kernaussage in einem Satz: Bei diesem Gedränge entscheiden wenige hundert Franken darüber, ob ein Fahrzeug gesehen wird.
Der Markt bewegt sich, auch wenn Ihr Inserat stillsteht
Diese Bewegung ist kein Sonderfall, sie ist der Normalzustand. Die Jahresdaten 2025 von AutoScout24 zeigen für gebrauchte Fahrzeuge deutliche Verschiebungen: Batterieelektrische Fahrzeuge gaben 8,3 Prozent nach, Diesel 6,0 Prozent, Mild-Hybride 5,0 Prozent. (AutoScout24 Jahresdaten 2025)
Im ersten Quartal 2026 ging es weiter: Der durchschnittliche Angebotspreis einer Occasion lag bei CHF 36'884 und damit 3,4 Prozent unter dem Vorquartal. (AUTO&Wirtschaft, 9. April 2026)
Ein Preis, der im Januar an der Spitze stand, steht im April im Mittelfeld. Das Inserat hat sich nicht verändert. Der Massstab hat sich verändert.
Und die Zahl der Mitbewerber wächst: 2025 waren 1,7 Prozent mehr Fahrzeuge inseriert als im Vorjahr. Je voller die Liste, desto kleiner der Abstand zwischen Platz 9 und Platz 11.
Vom Signal zur Handlung
Ein Messwert ist erst dann etwas wert, wenn er einen nächsten Schritt auslöst. Der APSR steht deshalb nicht allein. Drei weitere Indizes beantworten je eine andere Frage:
- IQS, Image Quality Score. Eine Bewertung Ihrer Fotos von 0 bis 100. Sie beantwortet die Frage: Liegt es an den Bildern?
- BMI, Buyer Momentum Index. Er zeigt, wie stark Käufer auf ein Fahrzeug reagieren — speichern, vergleichen, anfragen. Er beantwortet die Frage: Kommt Bewegung auf?
- DAI, Dealer Activity Index. Ihr Tagesplan. Er beantwortet die Frage: Was genau mache ich heute?
Zusammengelesen ergeben die vier Werte eine klare Diagnose. Fällt der APSR bei gutem IQS, liegt es fast immer am Preis. Bleibt der APSR hoch, während der BMI schwach ist, wird Ihr Fahrzeug gesehen und überzeugt noch nicht — dann helfen Fotos, Beschreibung oder Ausstattungsangaben.
Eine Routine für den Montagmorgen
- Öffnen Sie die Bestandsliste und sortieren Sie nach APSR, aufsteigend.
- Sehen Sie sich die fünf Fahrzeuge mit dem tiefsten Wert an.
- Prüfen Sie bei jedem den 14-Tage-Verlauf. Eine fallende Linie ist dringender als ein dauerhaft tiefer Wert.
- Vergleichen Sie bei fallender Linie zuerst den Preis, danach die Fotos, danach die leeren Datenfelder.
- Notieren Sie die Änderung und schauen Sie in drei Tagen erneut auf die Linie.
Das dauert eine Viertelstunde pro Woche. Es ersetzt die Frage «Warum bewegt sich dieses Fahrzeug nicht?» durch eine Antwort, die Sie am selben Tag umsetzen können.
Kurz zusammengefasst
- Seite 1 trägt praktisch den ganzen Verkehr. Bei Google klicken 0,63 Prozent auf Seite 2.
- Der APSR misst genau das: wie oft Ihr Fahrzeug auf Seite 1 relevanter Suchen erscheint, täglich, auf einer Skala von 0 bis 100.
- In einer nach Preis sortierten Liste entscheiden wenige hundert Franken über die Position. Um einen typischen Golf liegen 13 weitere innerhalb von CHF 250, eine Seite fasst 10 Fahrzeuge.
- Der Markt verschiebt sich laufend. Der 14-Tage-Verlauf zeigt Ihnen die Verschiebung, solange Sie noch reagieren können.
Sie möchten das an einem konkreten Fahrzeug aus Ihrem Bestand sehen? Wir gehen den APSR-Verlauf gerne mit Ihnen durch. Schreiben Sie uns kurz:
Weiterlesen
- 5 Anzeichen, dass Sie zu viel für Inserate zahlen — was Sichtbarkeit auf Ihrer Monatsrechnung kostet.
- Was ist AEO? — die zweite Sichtbarkeitsfrage: ob ein KI-Assistent Ihr Fahrzeug lesen kann.
- Schweizer Autohandel in Zahlen — die laufend gepflegten Marktdaten hinter diesem Artikel.
Quellen
- Backlinko: Google CTR Statistics, Auswertung von vier Millionen Suchergebnissen, Stand 16. April 2025
- AutoScout24 Jahresdaten 2025: wachsende Auswahl, sinkende Preise, zunehmender Wettbewerb
- AUTO&Wirtschaft: Marktzahlen zum ersten Quartal 2026
- Eigene Beispielrechnung auf Basis von 391 öffentlich inserierten VW Golf im Schweizer Occasionsmarkt, Preisband CHF 10'000 bis CHF 30'000, Stand 10. September 2026.
FAQ
Wie schnell reagiert der APSR auf eine Preisänderung?
Der Wert wird täglich neu berechnet, die Änderung ist also am nächsten Tag im Verlauf sichtbar. Beurteilen Sie die Wirkung trotzdem erst nach drei bis vier Tagen: Ein einzelner Tag schwankt mit der Nachfrage, die Linie zeigt die Richtung.
Kann ich den APSR mit Geld verbessern?
Nein, es gibt keine bezahlte Platzierung. Der Wert folgt ausschliesslich aus Preisstellung, Bildqualität, Datenvollständigkeit und Käuferreaktion. Wer die vier verbessert, steigt; ein Budget ändert nichts daran.
Sehe ich den APSR meiner Mitbewerber?
Nein. Sie sehen Ihre eigene Position im Marktvergleich, nicht die Kennzahlen fremder Betriebe. Umgekehrt sieht auch niemand Ihre Werte. Das ist Absicht: Der Index soll Ihnen bei Entscheidungen helfen, nicht als Beobachtungswerkzeug dienen.