Schweizer Autohandel in Zahlen | Stand: 10.09.2026

Der Schweizer Automobilsektor setzt jährlich über CHF 94 Milliarden um, rund 13 Prozent des BIP. 2025 wurden 233'774 Personenwagen neu immatrikuliert, 2 Prozent weniger als 2024. 69,3 Prozent davon waren elektrifiziert. Im Bestand von 4'839'465 Personenwagen sind reine Stromer aber erst bei 5,2 Prozent. Diese Lücke, nicht die Neuwagenstatistik, bestimmt das Occasionsgeschäft der nächsten Jahre.

Der Schweizer Automobilsektor setzt jährlich über CHF 94 Milliarden um und steht damit für rund 13 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Eine eigene Massenproduktion gibt es nicht, entsprechend importlastig ist der Markt: Fahrzeuge sind mit rund CHF 11 Milliarden pro Jahr die drittgrösste Importwarengruppe des Landes.

Die neuesten offiziellen Daten zeigen ein zweigeteiltes Bild. Im Neuwagengeschäft läuft die Elektrifizierung schnell. Der Bestand auf der Strasse und der Occasionsmarkt erzählen eine deutlich langsamere Geschichte.

Die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick

KennzahlWert 2025Einordnung
Neuzulassungen Personenwagen233'774−2,0 Prozent gegenüber 2024
Anteil elektrifizierter Antriebe69,3 ProzentBEV, PHEV und Hybride zusammen
Anteil rein elektrisch (BEV)22,8 Prozent53'250 neue Fahrzeuge
Personenwagenbestand4'839'465535 Autos auf 1'000 Einwohner
Durchschnittsalter im Bestand10,8 Jahre2019 waren es 8,3 Jahre
Halterwechsel pro Jahrüber 700'000Marktvolumen USD 25,7 Milliarden

Quellen zu dieser Tabelle: autoweg.ch, Bundesamt für Statistik, motoro.ch.

Neuzulassungen: die 69-Prozent-Verschiebung

2025 wurden 233'774 Personenwagen neu immatrikuliert, also rund 19'500 pro Monat. Das Volumen schrumpfte um 2 Prozent gegenüber 2024 und liegt weiterhin rund 20 Prozent unter dem Niveau vor der Pandemie, als jährlich konstant über 300'000 Fahrzeuge zugelassen wurden. Es ist das sechste Jahr in Folge unter diesem Niveau. (autoweg.ch, TCS Marktbericht Elektromobilität 2025)

Die Zusammensetzung hat sich dafür stark verändert. 69,3 Prozent aller Neuwagen hatten 2025 einen elektrifizierten Antrieb. Rein batterieelektrische Fahrzeuge erreichten 22,8 Prozent Marktanteil mit 53'250 Einheiten, Plug-in-Hybride 11,2 Prozent mit 26'189 Einheiten. Zusammen kommen Steckerfahrzeuge auf 34,0 Prozent. Damit liegen sie vor den nicht elektrifizierten Verbrennern, die zusammen 30,7 Prozent erreichen: 23,9 Prozent Benzin und 6,8 Prozent Diesel. Die grösste Einzelkategorie bleiben aber die Hybride ohne Stecker mit 35,3 Prozent. (auto-schweiz)

Auf der anderen Seite brechen die reinen fossilen Antriebe ein. Diesel-Neuzulassungen sanken um rund 30 Prozent auf einen historischen Tiefstand von 6,8 Prozent Marktanteil, nach über 35 Prozent im Jahr 2015. Reine Benziner gaben um 20 Prozent nach und liegen bei 23,9 Prozent.

Die meistverkauften Marken

RangMarkeNeuzulassungenMarktanteilBestseller
1Volkswagen25'61811,0 ProzentTiguan (5'181)
2Škoda22'2979,5 ProzentKodiaq (3'895)
3BMW20'4808,8 ProzentX1 (3'428)
4Mercedes-Benzrund 15'000rund 6,4 ProzentGLC (4'299)
5Audirund 14'000rund 6,0 ProzentQ3 (3'416)
6Toyotarund 10'500rund 4,5 ProzentYaris (3'313)
7Teslarund 8'000rund 3,4 ProzentModel Y (5'080)

Der Volkswagen-Konzern führt den Markt an. Die deutschen Premiumhersteller BMW, Mercedes-Benz und Audi kommen zusammen auf 49'480 Fahrzeuge und damit auf 21,2 Prozent des Neuwagenmarkts, also gut ein Fünftel. Tesla ist die einzige reine Elektromarke in den Top Ten, getragen fast vollständig vom Model Y. (motorized.ch, Jahresranking 2025)

Das knappste Duell des Jahres

SUV und Crossover machen 45 bis 48 Prozent aller Neuwagenverkäufe aus. Zehn der fünfzehn meistverkauften Modelle gehören zu diesem Segment. An der Spitze setzte sich der verbrennergetriebene Volkswagen Tiguan mit 5'181 Einheiten knapp gegen das vollelektrische Tesla Model Y mit 5'080 Einheiten durch. Dahinter folgen Mercedes-Benz GLC (4'299), Volkswagen Golf (3'985) und Škoda Kodiaq (3'895).

Die Bestandslücke: 10,8 Jahre Trägheit

Der Fahrzeugbestand insgesamt wuchs auf rund 6,58 Millionen Strassenfahrzeuge, ein Plus von 0,9 Prozent. Personenwagen stellen mit 4'839'465 Einheiten knapp drei Viertel davon. Das entspricht 535 Personenwagen auf 1'000 Einwohner. (BFS, Strassenfahrzeugbestand 2025)

Auf der Strasse sieht die Antriebsverteilung völlig anders aus als im Showroom. Reine Stromer machen 5,2 Prozent des aktiven Bestands aus, das sind 249'832 Fahrzeuge. Benziner (58,7 Prozent) und Diesel (24,0 Prozent) stehen zusammen weiter für über 82 Prozent der eingelösten Personenwagen.

Der Grund für diese Lücke ist die Lebensdauer der Fahrzeuge. Das Durchschnittsalter eines Personenwagens stieg auf 10,8 Jahre, nach 8,3 Jahren im Jahr 2019 und 8,7 Jahren im Jahr 2010. Wirtschaftliche Unsicherheit und hohe Ersatzkosten führen dazu, dass Schweizer Halterinnen und Halter ihre bestehenden Verbrenner länger behalten. Das verlangsamt die reale Erneuerungsrate des Bestands. (BFS, Bestand und Motorisierungsgrad)

Getragen wird dieser Bestand von rund 5'200 aktiven Garagen- und Servicebetrieben mit 39'000 bis 41'000 Fachkräften, die ein Aftermarket-Volumen von CHF 12 Milliarden erwirtschaften. (ValIndex, Autoservices & Werkstätten Schweiz)

Occasionen: der Punkt, an dem sich die Preise treffen

Der Schweizer Occasionsmarkt ist liquide. Pro Jahr werden über 700'000 Halterwechsel registriert, quartalsweise konstant rund 176'000 bis 177'000 Fahrzeuge, in Spitzenmonaten über 83'000. Das Marktvolumen wird auf USD 25,69 Milliarden geschätzt, mit einer Projektion auf USD 30,82 Milliarden bis 2031. (AUTO&Wirtschaft, Auto-i-DAT)

Nach fünf Jahren steigender Preise korrigiert der Markt. Der durchschnittliche Angebotspreis eines Occasionsfahrzeugs sank um 3,4 Prozent auf CHF 36'884. Das ist der erste anhaltende Rückgang seit Jahren. Der durchschnittliche Versicherungswert eines eingelösten Fahrzeugs liegt schweizweit bei CHF 48'000.

AntriebDurchschnittspreis OccasionVeränderungTreiber
Plug-in-HybridCHF 56'156+1,25 ProzentNachfrage nach Reichweite und Flexibilität
Mild-HybridCHF 50'245−5,00 ProzentTechnologie wird zum Standard
BatterieelektrischCHF 43'549 (Q1 2026: CHF 40'599)−8,30 ProzentRabatte auf Neuwagen drücken die Restwerte
BenzinCHF 37'571−0,20 ProzentStabile Werthaltung bei Kompakt und SUV
Voll-HybridCHF 35'479−1,20 ProzentHohe Nachfrage nach asiatischen Importen
DieselCHF 23'673−6,00 ProzentSorge vor Einfahrbeschränkungen in Städten

Die wichtigste Bewegung steckt in der letzten Spalte nicht drin: Gebrauchte Stromer verloren am stärksten, minus 8,3 Prozent auf CHF 43'549 im Jahr 2025 und CHF 40'599 Anfang 2026. Damit schrumpft der Aufpreis gegenüber einem vergleichbaren Benziner (CHF 37'571) auf CHF 5'978 oder 16 Prozent. Zwei Jahre zuvor lag die Differenz noch über 30 Prozent. (motoro.ch, Preisbarometer Gebrauchtwagen Schweiz 2026)

Kantone: von Supersportwagen bis Sparsamkeit

Die regionalen Unterschiede sind erheblich und folgen Vermögen, Steuerregime und Siedlungsdichte.

KantonDurchschnittlicher FahrzeugwertAbweichungE-Anteil NeuzulassungenSchwerpunkt
ZugCHF 65'500+35 Prozent31,2 ProzentSupersportwagen
SchwyzCHF 58'000+20 Prozentrund 26,0 ProzentPremium-SUV und Allrad
GenfCHF 51'000+6 Prozent28,7 ProzentOberklasse-Limousinen
Zürichrund CHF 50'000+4 Prozent24,5 ProzentVolumenmarkt, Ferrari-Dichte
WallisCHF 48'000Referenzrund 21,0 ProzentAllrad-Nutzfahrzeuge
WaadtCHF 46'500−3 Prozent26,2 ProzentPremium-Kompakte, Mittelklasse-SUV
JuraCHF 41'500−14 Prozentrund 18,0 ProzentEinstiegsverbrenner und Occasionen

Zwischen Zug (CHF 65'500) und Jura (CHF 41'500) liegen CHF 24'000, also fast 60 Prozent Unterschied innerhalb desselben nationalen Marktes. Kantone mit tiefen Steuern zeigen zugleich deutlich höhere E-Anteile: Zug 31,2 Prozent, Basel-Stadt 29,5 Prozent, Genf 28,7 Prozent. Verfügbare private Ladeinfrastruktur und Kaufkraft erklären den grössten Teil davon.

Die Schweiz bleibt ausserdem ein aussergewöhnlicher Markt für Exoten. 2025 wurden 548 Ferrari neu immatrikuliert, angeführt vom Plug-in-Hybrid 296 GTB, dazu 317 Lamborghini mit über 60 Prozent Urus-Anteil, 226 Maserati, 156 Aston Martin, 142 Bentley und 87 Rolls-Royce. Der Grossteil davon entfällt auf Zürich und Zug. Und im Bestand stehen Veteranenfahrzeuge ab 30 Jahren im Wert von CHF 7,7 Milliarden. (SWI swissinfo.ch)

Was diese Zahlen für den Handel bedeuten

Der Markt bewegt sich auf zwei Ebenen mit unterschiedlichem Tempo. Die Neuwagenstatistik zeigt schnellen technologischen Fortschritt. Der reale Bestand verändert sich viel langsamer, weil die Haltedauer auf 10,8 Jahre gestiegen ist.

Daraus folgt: Die Dekarbonisierung des Schweizer Fahrzeugparks hängt nicht am Neuwagenverkauf, sondern am Occasionsmarkt. Sobald gebrauchte Stromer preislich mit Benzinern gleichziehen, verschiebt sich der Käuferkreis von frühen Anwendern zu pragmatischen Mengenkäufern. Der Abstand von CHF 5'978 zeigt, wie nah dieser Punkt ist.

Für Garagen heisst das, Diagnosetechnik und Weiterbildung auf einen alternden und zugleich zunehmend elektrifizierten Occasionsbestand auszurichten. Für Händlergruppen und Plattformen heisst es, Bestand und Ansprache regional zu differenzieren: Zug und Zürich tragen Margen, Premium-Anteile und Exotenvolumen, ländliche und einkommensschwächere Kantone leben von robusten Verbrennern und Werthaltung.

Quellen

Diese Seite wird laufend aktualisiert. Alle Zahlen stammen aus den folgenden öffentlich zugänglichen Quellen.

FAQ

Wie oft werden diese Zahlen aktualisiert?

Monatlich. Diese Seite ist als laufend gepflegte Datenseite angelegt, nicht als einmaliger Jahresrückblick. Zahlen mit abweichendem Stichtag sind im Text als solche gekennzeichnet.

Darf ich diese Zahlen zitieren?

Ja. Bitte verlinken Sie diese Seite und geben Sie zusätzlich die Originalquelle an, die wir unter jeder Zahl nennen. Für die Rohdaten ist immer das Bundesamt für Statistik oder der jeweils genannte Verband massgeblich.

Warum weichen diese Werte von anderen Veröffentlichungen ab?

Weil Stichtag und Definition sich unterscheiden. Bestandszahlen beziehen sich auf eingelöste Fahrzeuge zum Jahresende, Neuzulassungen auf das ganze Kalenderjahr, und Occasionspreise auf Angebotspreise statt auf Abschlusspreise. Wir nennen deshalb bei jeder Zahl die Quelle.

Gelten die Zahlen auch für Österreich?

Nein. Alle Angaben auf dieser Seite betreffen ausschliesslich die Schweiz. Für den österreichischen Markt gelten eigene Bestands- und Zulassungsstatistiken.

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